<br /> - Mit dem Ogermobil auf Tour

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Aufenthalt

08.07.2013 - 11.07.2013

Fahrstrecke

561 Km

Dieselkosten

Diesel:  0,17 €/l  

Turkmenistan

Vor der Reise
Turkmenistan smacht keinen gastfreundlichen Eindruck, zumindest was die Praxis der Visaerteilung angeht. Für die Erteilung eines Visums benötigt man nicht nur das Visum des Ziellandes (Usbekistan), sondern auch das Visum des Herkunftlandes (Iran) und dann darf man es auch nur drei Monate vor Einreise beantragen. Wenn alle Staaten eine ähnliche Praxis pflegen würden, gäbe es sicher echte Probleme überhaupt Visas zu gekommen. Glücklicherweise ist Usbekistan das einzige Land auf unserer Route mit derartigen Regeln. Sollten wir es nicht mehr schaffen das Visum vor der Abreise zu bekommen, werden wir es uns in Teheran holen. Wir haben das Visum in Teheran beschafft. Die Details haben wir auf der Seite "Vorbereitung/Papierkram" beschrieben.

Einreise

von Iran

Grenzübergang Serakhs. Kurz nach der Grenzbrücke erfolgt Überprüfung des Visums. Etwa 400 Meter weiter ist das Desinfektionsbecken. Wir werden daran vorbei gewunken. Weitere 200 Meter weiter ist die eigentliche Kontrollstelle. Von Soldaten wird man eingewiesen das Auto am Kontrollgebäude abzustellen.
Im Gebäude registriert zunächst ein Arzt die Ankunft in einem Buch. Dann weiter in den Nebenraum. Hier erfolgt die Passkontrolle und die Zollerklärungen werden von den Beamten ausgefüllt. Der Beifahrer muss hier warten. Der Fahrer geht in Begleitung eines Beamten zur Bank zur Zahlung der „Abfertigungsgebühr“ (25 $ für 2 Personen). Dann wieder zurück zum Kontrollgebäude.
Nach Abstempelung der Pässe muss der Fahrer erneut zum Bankgebäude. Diesmal mit allen Fahrzeugunterlagen (Zulassung und Carnet) Dort in den großen Raum links vom Eingang. Hier wird die Einreiseerlaubnis ausgestellt und die Gebühren werden berechnet. In der Permit wird der Weg eingezeichnet, den man fahren darf. Diese Permit wird im Land an den Checkpoints penibel kontrolliert. Im einzelnen müssen bezahlt werden:

                                   PKW (Diesel)                         Truck bis 10 to (Diesel)
Desinfektion                         
5 $                                                 5 $
Einreisegebühr                    
35 $                                               50 $
Versicherung bis 5 Tage       
30 $                                               50 $
Kompensation für               33 $                                               48 $
Kraftstoffpreis
(Ausreise in Farap)
Stempelgebühr                     
5 $                                                 5 $
Gesamt                            108 $                                              158 $           

Die Kompensation für den Kraftstoffpreis ist abhängig von der Anzahl der zu fahrenden Kilometer und der Antriebsart des Fahrzeugs. Sie beträgt zwischen 0,06 $ und 0,18 $ pro Kilometer für ein Dieselfahrzeug. Nach längeren Diskussionen konnten wir den Zuständigen davon überzeugen, dass das Ogermobil als „Car“ einzustufen ist.
Nach Ausstellung der Dokumente werden die Dokumente am Ausgang dieses Raumes noch von zwei Beamten abgestempelt. Dann muss man zum Bankschalter im Eingangsbereich und alles Bezahlen. Es werden nur USD akzeptiert keine Euro. Danach wieder in den Raum links und dann gleich durch die kleine Tür auf der rechten Seite. Dort sitzt der Zoll und stempelt das Carnet. Mit dem gestempelten Carnet wieder zurück in den Raum links. An den zwei Schreibtischen auf der rechten Seite wird das Carnet überprüft und in Listen eingetragen. Damit hat man im Bankgebäude alles erledigt.
Zurück zum Kontrollbereich. Gegenüber dem Kontrollgebäude gibt es ein kleines Häuschen. Dort sitzen die Beamten, die die Zollkontrolle durchführen. In dem Häuschen werden die Zollerklärungen für den Fahrer ausgefüllt. Danach das Auto zur Zollkontrolle vorfahren. Nun stürzen sich 3-5 Personen auf das Auto und wollen in alle Schränke, die Motorhaube und sämtliche Außenstauräume hineinsehen. Das war der letzte Akt
An der Ausfahrt wird nochmals der Pass überprüft, dann können wir endlich Fahren. Dauer: 3 Stunden, Kosten: 133 $

Ausreise
nach Usbekistan

Grenzübergang Farap. Die Ausreise beginnt eigentlich schon kurz hinter Turkmenabad. Hier muß der Amurdaryo auf einer Pontonbrücke überquert werden. An dieser Brücke wird nochmals kräftig abkassiert. Ein PKW kostet etwa 20 $, das Ogermobil 49 $ und LKW über 10 Tonnen 89 $ „Brückenzoll“.
Dann 30 Kilometer weiter die eigentliche Grenzkontrolle. Nach Einfahrt in das umzäunte Kontrollgelände das Auto vor dem neuen (von der US-Regierung finanzierten) Abfertigungsgebäude abstellen. Im Gebäude rechts (nach der Sicherheitsschleuse) werden die Ausreisezollerklärungen ausgefüllt und gleich abgegeben. Direkt gegenüber - am Tresen – werd das Carnet und die „Entry Permit“ einbehalten. Das Carnet bekommt man später hier wieder abgestempelt zurück. Am zweiten Tresen auf der linken Seite findet die Passkontrolle statt. Also anstellen und den Pass abstempeln lassen, dann zurück zum ersten Tresen, dort das Carnet wieder mitnehmen. Danach das Auto über die Gruben fahren. Wieder einmal wird eine intensive Begehung des Ogermobils vorgenommen. Das war es aber auch. An der Ausfahrt wird nochmal der Pass kontrolliert und dann geht es weiter in Richtung Usbekistan. Dauer: 45 Minuten, Kosten: keine, außer an der Pontonbrücke.


Unterwegs im Land


Da wir nur 4 Tage im Land waren und auch nur die Strecke  Serakh – Mary – Turkmenabad – Farap bereisen durften, sind unsere Erfahrungen möglicherweise nicht repräsentativ für das ganze Land.

Der Verkehr ist völlig anders als im Iran. Wir mussten uns erst wieder daran gewöhnen, dass an „Vorfahrt achten“ Schildern auch tatsächlich die Vorfahrt geachtet wird. Der Fahrstil der Turkmenen ist insgesamt gemächlich. Die Verkehrsdichte ist gering. Dies gilt auch innerhalb der Städte. Der Verkehr auf den überdimensionierten Prachtboulevards läuft sehr entspannt und unaufgeregt. Der Straßenzustand zwischen Serakhs und Mary ist katastrophal, zwischen Mary und Farap brauchbar. Sobald die Straße etwas besser wurde, kann man sicher sein, dass Radarkontrollen durchgeführt werden. An den Ein- und Ausfahrten der größeren Orte sind stationäre Kontrollstellen der Verkehrspolizei, an denen penibel darauf geachtet wird, dass man die - bei der Einreise - genehmigte Route nicht verlässt.

Tankstellen gibt es in ausreichender Anzahl. Der Dieselpreis beträgt 0,58 TMM (etwa 0,17 €) pro Liter.

Der Einkauf von Lebensmitteln ist etwas komplizierter als im Iran, da die Waren in den Geschäften nicht ausgezeichnet sind. Man muss ständig alle Preise erfragen, was mitunter ein langwieriges Unterfangen ist. Das Preisniveau ist etwas höher als im Iran.

Einen Internetzugang in Cafes, Restaurants oder Hotels haben wir nicht finden können. Lediglich in Mary gibt es – ein etwas verwahrlostes - Internet Cafe.

Die Turkmenen sind gegenüber Touristen sehr zurückhaltend. Wenn wir Jemanden angesprochen haben, haben wir jedoch immer sehr freundlich Auskunft bekommen.
Sehr erfreulich ist auch die Stellplatzsituation. Wir konnten immer überall Übernachten wo wir wollten, nachdem wir die Eigentümer gefragt hatten.

Es ist etwas schwierig Geld zu wechseln. Es gibt keine Geldautomaten oder Wechselstuben. Wir haben etwas Geld an der Grenze gewechselt und wurden in Mary auf der Straße angesprochen. Grundsätzlich sind die Turkmenen nur an USD interessiert gewesen.

Übernachtungsplätze
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