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Aufenthalt

10.07.2015 - 18.07.2015

Fahrstrecke

1.958 Km

Fahrtkosten

Diesel:  0,30 €/l

Sudan

Vor der Reise
Sudan ist das Land auf unserer Afrikaroute, welches die genaueste Vorplanung benötigt. Im wsentlichen muss man sich um drei Punkte kümmern:
-
Visa
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Geld
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Diesel

Visa

Auf der Reise von Süden nach Norden, kann man das Visum für den Sudan in Nairobi bekommen (theoretisch). Die Visaerteilung dauert zwei Tage und es wird neben dem Pass , dem Passbild und dem Antrag ein Schreiben der Deutschen Botschaft in Nairobi verlangt.
Da die Deutsche Botschaft in Nairobi, jedoch jegliche Unterstützung verweigert (siehe Blog Kenia 1: Die Deutsche Botschaft in Nairobi
) ist es für Deutsche faktisch unmöglich das Visa in Nairobi zu erhalten.

Es bleibt nur der Weg über die Sudanesische Botschaft in Berlin. Dort kostet das Visa 40 € (Dauer: 1-2 Wochen) oder 90 € (Dauer: 3-7 Tage).
Außer dem ausgefüllten Antragsformular (mit Fingerabdrücken), Passfoto, Pass und Kopie des Carnet wird auch ein Reiseplan verlangt. Nach Erteilung des Visa hat man zwei Monate Zeit zur Einreise. Wir bekamen 30 Tage Aufenthaltsdauer bewilligt. Da auch das Visum für Äthiopien in Berlin beantragt werden muss, bietet es sich an, die Zweitpässe ca. 4 Wochen vor der geplanten Einreise nach Äthiopien per DHL nach Berlin zu schicken und sie sich dann in den Norden Kenias (z.B. Nanyuki oder Meru) zurückschicken zu lassen.

Geld

Im Sudan gibt es Geldautomaten in Hülle und Fülle. Es gibt jedoch ein kleines Problem. Die Automaten funktionieren nicht mit den deutschen Kredit- oder EC Karten. Dies bedeutet, dass man ausreichend Bargeld (USD oder Euro) für den Aufenthalt im Sudan mitnehmen muss. Bei der Bemessung des Bedarfs, dürfen die Kosten für die Registrierung und die Ausreise aus dem Sudan nicht vergessen werden.
Das Bargeld kann bei Banken (Kurs: 6,8 SDG für 1 USD) oder auf dem Schwarzmarkt (Kurs: 8,5 (Grenze) – 9,5 (Khartum) SDG für 1 USD
) getauscht werden.
An der Grenze zu Ägypten konnten wir (vor der Ausreise) überzählige SDG zum Kurs von 9,6 SDG für 1 USD bei fliegenden Händlern in USD zurücktauschen.


Diesel

Für Tankstellen gilt das Gleiche wie für die Geldautomaten. Es gibt sie. Während unseres Aufenthalts im Sudan waren fast alle Tankstellen „trocken“. Lediglich in Khartum haben wir , nach etwas suchen, eine Tankstelle mit Diesel gefunden. Erkennbar sind die wenigen funktionierenden Tankstellen an den langen Schlangen der LKW's und Busse davor.
Wenn man, wie wir, aus dem Süden kommt, sollte man in Gongar soviel tanken, dass man die 800 Kilometer lange Strecke nach Khartum durchfahren kann.


Einreise

Grenzübergang Galabat (Teil 1)

Eine Schranke markiert den Grenzübergang. Der Polizist unterzieht die Stempel in unseren Pässen einer peniblen Überprüfung. Dasselbe mit dem Carnet. Da er keine Hinweise auf einen Israelbesuch findet, ist er zufrieden und öffnet die Schranke. Direkt dahinter liegt, unterhalb der Straße links, das Gebäude der Immigration. Ausfüllen der Einreiseformulare, dann werden Kopien vom Pass und vom Visum gemacht. Anschließend wird der Pass gestempelt. Fertig.

Weiter zum Zoll. Er residiert drei Häuser weiter in einem zurückgesetzten Haus mit Flachdach und großem Parkplatz davor. Wir werden in ein Büro geführt und sollen das Ende der Mittagspause abwarten (5 Minuten.) Nach einer halben Stunde kommt jemand, begrüßt uns freundlich, stempelt das Carnet, füllt eine Formular
aus und wünscht uns einen angenehmen Aufenthalt.
Wir können fahren. Keine weiteren Kontrollen
Dauer: 1 Stunde, Kosten: keine

Khartum (Teil 2)

Im Sudan wird von Touristen verlangt, dass sie sich innerhalb von drei Tagen registrieren. Wir lassen die Registrierung vom German Guesthouse
in  Khartum vornehmen. Dazu müßen wir ein Formular ausfüllen, ein Mitarbeiter des Guesthouses fährt mit unseren Pässen und dem ausgefüllten Formular zum Registrierungsbüro am Flughafen. Nach zwei Stunden haben wir unsere Pässe , mit einem weiteren Aufkleber, zurück. Kosten: 500 SDG/Person.
Das Guesthouse organisiert auch noch die Travel- und Fotopermit. Diese Permit kostet nichts. Wir haben sie jedoch auch nie gebraucht


Ausreise

Grenzübergang Eshket (Wadi Halfa)

Der Grenzübergang ist seit etwa einem Jahr für Touristen geöffnet. Es gibt sehr unterschiedliche Meinungen darüber, ob es möglich ist die Grenze ohne die Hilfe von „Fixern“ zu überqueren. Andere Reisende haben bis zu 900 SDG (~90 €) an „Fixer“ gezahlt, damit sie den Sudan verlassen konnten.
Wir haben es alleine probiert und unser Fazit ist eindeutig. Es ist überhaupt kein Problem auf die „Hilfe“ der „Fixer“ zu verzichten.

Der Grenzübergang ist am Wochenende (Freitag) geschlossen. Wir wußten das nicht und
haben deshalb einen halben Tag vor dem Grenzübergang warten müssen. Am Samstag wurde der Grenzübergang dann um 11:30 geöffnet. Das Auto bleibt zunächst vor dem Tor.

Durch die kleine Tür neben dem Tor gelangt man in das große Gebäude der Immigration. Dort mußten wir zwei Ausreiseformulare ausfüllen und die Pässe an einem der Schalter abgeben. Diese wurden dann mehrfach geprüft bis schließlich ein Beamter die Pässe gestempelt hat. Dieser Vorgang hat schon fast eine Stunde in Anspruch genommen.

Jetzt haben wir das Auto auf das Gelände fahren müßen. Dann weiter zu den blauen Containern auf der rechten Seite. Dort befindet sich links die Traffic Police. Im mittleren Container wurden Kopien vom Carnet, dem P
ass und dem Führerschein gemacht. Mit den Kopien eine Tür weiter in den linken Container. Dort wurde ein Teil der Kopien einbehalten. Mit dem Rest der Kopien und dem Carnet sind wir dann zu den gegenüberliegendem Büro gegangen. Dort befindet sich der Zoll.

Die Zollbeamten und die „Fixer“ scheinen hier sehr zum beidseitigem Nutzen und zum Schaden des Reisenden zusammen zu arbeiten. Wir wurden mehrfach aufgefordert endlich Mazar hinzuzuziehen. Als wir das ablehnten, hat man uns kurzerhand stehen lassen. Nach einer halben Stunde haben wir schließlich jemanden aufgetrieben der uns erklärt hat was eigentlich zu tun ist. Beim Zoll muß das Formular Nr. 18 ausgefüllt werden. In dieses Formular werden die Daten des Autos und des Fahrers eingetragen. „Dummerweise“ gibt es dieses Formular nur auf arabisch. Mit Hilfe eines ägyptischen LKW-Fahrers haben wir das Formular selbst ausgefüllt und zusammen mit den verbliebenen Kopien dem Zollbeamten zur Unterschrift vorgelegt. Äußerst widerwillig hat er es abgezeichnet und uns zur Zollkasse geschickt.

Die Zollkasse befindet sich im großen Gebäude auf der Einreiseseite. Sie ist hinter einer der unbeschrifteten Türen versteckt. Der dortige Beamte tippt das Formular ab und wir mußten 108 SDG bezahlen. Mit der gedruckten Quittung zurück zum Zoll. Jetzt wird – wieder widerwillig – das Carnet gestempelt. Fertig, denken wir und fahren zur Ausfahrt. Doch weit gefehlt. Jetzt kommt noch ein Zivilist angerannt und möchte 250 SDG für „Transport“, was auch immer das ist.

Wie aus dem Nichts taucht wieder der berühmt berüchtigte Mazar auf und erklärt uns, dass es sich um die Exit-Gebühr handelt. Wir würden auch eine Quittung bekommen. Wir erklären der versammelten Mannschaft, dass wir kein Geld mehr haben und auch nichts bezahlen werden. Nach einer weiteren halben Stunde Diskussion können wir – ohne weitere Zahlung – nach einer kurzen Inspektion des Innenraums durch den Zoll fahren.
Dauer: 3 Stunden, Kosten:
108 SDG (~ 10 €)


Unterwegs im Land


Im Sudan ist alles anders als in Äthiopien. An der Grenze ändert sich die Landschaft schlagartig. Ist die Landschaft eben noch grün gewesen, so ist sie nach der Grenze braun. Man merkt, dass wir in der Sahelzone angekommen sind. Spätestens ab Khartum geht die Savannenlandschaft in Wüste über. Die Temperaturen steigen nach der Grenze merklich an. Es wird richtig heiß. Tagestemperaturen von 50° C sind drin. In der Nacht kühlt es kaum noch unter 30° C ab.

Die  Menschen sind freundlich und zurückhaltend. Das Betteln hört schlagartig auf. Keine ausgestreckten Hände mehr, kein Geschrei „Give me, give me“. Es ist eine absolute Wohltat.

Der Verkehr ist ebenfalls komplett anders. Ausgesprochen wenig Fahrzeuge sind unterwegs. Keine Tiere, Eselskarren oder Fußgänger auf den Überlandstraßen. Die einzigen Tiere, die wir sehen , sind ein paar verendete Kühe oder Kamele neben der Straße. Die Qualität der Straßen ist größtenteils gut bis sehr gut. Die Straße von Galabat bis Gedarif hat einige sehr große Schlaglöcher. Ab Gedarif hören die Schlaglöcher auf, dafür ist der Asphalt dann anfangs sehr wellig. Später ist die Straße gut, nach Khartum wird sie sehr gut. Bis zur Grenze in Wadi Halfa gleiten wir auf dem glatten Asphalt nach Ägypten.

In regelmäßigen Abständen gibt es Police Checkpoints. Erkennbar an dem roten Pylon oder dem roten (arabisch beschrifteten) Schild in
der Mitte der Fahrbahn. Falls wir anhalten mussten, wurden wir sehr freundlich nach dem Woher und Wohin, sowie dem Pass gefragt. Die Travelpermit hat niemand interessiert. Einmal wurde geprüft, ob wir uns registriert haben.

Diesel kostet 3,15 – 3,5 SDG (etwa 0,30 – 0,33 €). Es ist jedoch schwer welchen zu bekommen (siehe : Vor der Reise
). Auf dem Schwarzmarkt kostet Diesel das Doppelte des offiziellen Preises.

Von anderen Reisenden wird berichtet, dass für die Straßen in Sudan Maut zu bezahlen ist. Das können wir so nicht bestätigen. Von uns wurde an den Mautstationen nie Geld verlangt. Lediglich die LKW's und Busse mussten bezahlen. PKW's sind – so wie wir auch – durchgefahren.

In Khartum gibt es mehrere gute Supermärkte mit relativ großer Auswahl. Endlich bekommen wir wieder Milchprodukte,
Frischwurst und Fleisch. Das Preisniveau ist niedriger als in den Ländern zuvor. Außerhalb Khartums existieren lediglich kleinere Läden mit sehr überschaubarer Auswahl.

Wir haben uns eine SIM Card von Zoin in der AFRA Mall in Khartum gekauft. Dort sind Shops aller Mobilfunkfirmen. Die SIM Card kostet etwa einen Euro. Ein Databundle mit unbegrenzten Datenvolumen für einen Monat hat 7 € gekostet. Die Netzqualität ist – entlang der großen Straßen – gut. Meistens hatten wir 3G Empfang.

Sudan ist ein Traumland für Wildcamper. Man kann nahezu überall stehen und wird weder belästigt noch vertrieben. Lediglich in Khartum haben wir nicht wild gecampt. Dort haben wir am German Guesthouse
übernachtet. Für 15 USD/Person gibt es dort „All Inclusive“. Drei Mahlzeiten, den ganzen Tag über Kaffee,Tee und Softdrinks, private Dusche/WC, WIFI, großer Pool, Wäscheservice, Strom sind enthalten. Zudem ist Norbert beim Geldwechsel, der Registrierung und allen sonstigen Angelegenheiten behilflich.

Sudan ist ein – insgesamt sehr angenehmes Reiseland. Freundliche Menschen, gute Straßen, interessante Wüstenlandschaften. Es gibt absolut nichts zu meckern. Das einzige Manko sind die sehr hohen Temperaturen, die unseren Elan doch manchmal ziemlich ausgebremst haben.


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